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Zeitung

Halbierungsinitiative

  • Stephanie Kupper
  • vor 3 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit

SRG halbiert, Sport verliert


Am 8. März 2026 geht es um die Zukunft des Schweizer Sports – nicht um eine

abstrakte Gebührendiskussion. Wird die SRG halbiert, verliert der Sport seine Bühne,


Sponsoren ihr Publikum, Sportarten ihre Sichtbarkeit. Die Fussball-WM und Tennis-

Grand-Slams würden schrittweise ins Pay-TV abwandern, das zeigen unsere


Nachbarländer. Kleinere Sportarten würden in der Schweiz gar nicht mehr im

Fernsehen übertragen – mit der fatalen Konsequenz, dass der Fokus auf Schweizer

Athletinnen und Athleten entfällt. Das Resultat: weniger Sichtbarkeit, weniger Sport,

weniger Schweiz. Wer den Sport liebt, sagt Nein zur extremen Halbierungsinitiative.

Wenn am 8. März 2026 abgestimmt wird, geht es nicht um 135 Franken weniger Gebühren,

sondern darum, ob Kinder ihre Idole auch in Zukunft noch im Fernsehen sehen. Die Initiative

trifft nicht nur das Fernsehen, sondern das Herz des Schweizer Sports.

Wir alle verbinden grosse und emotionale Sportmomente mit den Übertragungen der SRG:

die Women’s Euro in der Schweiz, die Goldmedaillen von Marco Odermatt oder Vreni

Schneider, die Schlussgänge am Eidgenössischen oder Simon Ammanns legendärer

Goldsprung – untrennbar mit dem Live-Kommentar «Flieg Simi, flieg!» verbunden.

Diese Momente sind Teil unseres kollektiven Gedächtnisses. Sie prägen Generationen von

Sportfans – und sie wären ohne die SRG nicht zu gemeinsamen Erlebnissen für das ganze

Land geworden.


Ohne SRG verliert der Sport seine Bühne


Die SRG überträgt durchschnittlich rund 9’000 Stunden Live-Sport pro Jahr – rund

30 verschiedene Sportarten finden regelmässig live im Fernsehen, in Livestreams und im

Radio statt. Von Weltklasse Zürich bis zum Unspunnen Schwinget, von der Tour de

Romandie bis zur Eishockey WM – in allen Landessprachen, für alle Regionen. Mehr als die

Hälfte dieser Sendezeit entfällt auf Sportarten ausserhalb des medialen Rampenlichts. Das

ist europaweit einzigartig.

Mit halbiertem Budget wäre das nicht mehr möglich. Die Folgen wären gravierend:

● Fussball-Welt- und Europameisterschaften würden schrittweise ins Pay-TV

abwandern, das zeigen unsere Nachbarländer.

● Events wie die Tour de France und viele Ski-Weltcuprennen gäbe es nur noch auf

ausländischen Sendern – ohne jeden Fokus auf Schweizer Athletinnen und Athleten.

● Sportarten mit geringerer Reichweite wie Handball, Volleyball, Unihockey oder

Kunstturnen verschwänden ganz aus dem Schweizer Fernsehen.


SRG als wichtige Partnerin von Welt- und Europameisterschaften in der Schweiz


Für viele traditionsreiche Schweizer Sportevents ist die SRG eine wichtige Partnerin in

Produktion und Berichterstattung. Dazu sind die hochklassigen Produktionen der SRG ein

wichtiges Argument für die Bewerbung vieler Welt- und Europameisterschaften in der

Schweiz. Das Engagement der SRG ist somit zentral, dass solche Grossanlässe hierzulande

überhaupt stattfinden und international sichtbar werden.

Grossanlässe in der Schweiz werfen auch immer einen internationalen Scheinwerfer auf die

Austragungsorte. Jeder Franken, den die SRG in Sportübertragungen investiert, generiert in


den Regionen ein Mehrfaches an Wertschöpfung – durch Hotellerie, Gastronomie und lokale

Organisation. Dazu kommt oft ein nachhaltiger Nutzen für den Tourismus.


Ohne Liveübertragungen keine Fans und keine Sponsoren


Die SRG ist das Kompetenzzentrum für Sportübertragungen in der Schweiz. Sie produziert

jährlich über 100 nationale Sportevents und Meisterschaften in rund 20 Sportarten – mit

modernster Technik, erfahrenen Teams und viel Know-how.

Mit halbiertem Budget wäre dieses breite Angebot nicht mehr zu halten. Werbung und

Sponsoring decken im Schnitt nur 10 bis 20 Prozent der Kosten. Für private Sender ist das

nicht rentabel. Die Folge: Viele Sportarten würden gar nicht mehr produziert, übertragen oder

ins Pay-TV abwandern – ein Verlust für Fans, Vereine und Athletinnen und Athleten

gleichermassen.


Konkrete Beispiele zeigen diese Entwicklung bereits heute in anderen Ländern:


● Die Spiele der Fussball-WM werden in der Schweiz alle im Free-TV übertragen, in

Deutschland nur noch rund die Hälfte.


● Auch beim Tennis ist der Unterschied markant: Die SRG überträgt alle vier Grand-

Slam-Turniere, während etwa Wimbledon in Deutschland vollständig ins Pay-TV


abgewandert ist.

● Die SRG zeigt jede Runde ein Spiel der Super League live – 38 Spiele pro Jahr. In

Deutschland und Österreich sind es im Free-TV nur noch eine Handvoll im Jahr.

Sport lebt von Sichtbarkeit. Wenn Wettkämpfe und Spiele nicht mehr im frei empfangbaren

Fernsehen stattfinden, verlieren sie ihr Publikum – und damit ihren Wert. Sponsoren

investieren, weil ihre Marken gesehen werden. Fällt diese Sichtbarkeit weg, sinkt das

Interesse – und die Mittel für Vereine und Verbände schwinden.

Das ist ein gefährlicher Dominoeffekt: Weniger Sichtbarkeit führt zu weniger Sponsoren,

weniger Nachwuchs und letztlich weniger Sport. Die Halbierungsinitiative schwächt damit die

finanzielle und emotionale Basis des Schweizer Sports – von der Spitze bis zum Nachwuchs.


Vielfalt verschwindet, Nachwuchs verliert Vorbilder


Die SRG zeigt den Sport in seiner ganzen Breite – von der Fussball-WM bis zur Tour der

Romandie, von Olympischen Spielen bis zu Schwingfesten. Ein Drittel der

Liveübertragungen betrifft heute den Frauensport – ein Spitzenwert in Europa.

Auch der Parasport ist fest verankert: Seit über 20 Jahren begleitet die SRG die Paralympics

und zeigt Athletinnen und Athleten wie Heinz Frei, Manuela Schär oder Marcel Hug.

Ohne SRG verlieren gerade jene Sportarten und Sportanlässe ihre Plattform, die weniger

Sponsoreninteresse wecken. Für kommerzielle Sender sind solche Übertragungen nicht

rentabel. Stundenlange Curling-Übertragungen, welche an olympischen Winterspielen

regelmässig einen kleinen Curling-Hype auslösen, wären nicht mehr denkbar.

Auch der Nachwuchs leidet: Kinder und Jugendliche brauchen Vorbilder, die sie im

Fernsehen sehen. Wenn diese Bilder verschwinden, verliert der Sport seine Zugkraft. Die

Halbierungsinitiative trifft damit das Herz der Schweizer Sportförderung.


Sportanlässe stärken Wirtschaft und Identität zugleich


Die Sportwirtschaft generiert jährlich über 11 Milliarden Franken Bruttowertschöpfung in der

Schweiz. Diese lebt auch von medialer Präsenz des Sports. Diese Wirkung ist zu einem


grossen Teil der Berichterstattung der SRG zu verdanken. Ohne TV-Übertragungen im Free-

TV verlieren solche Sportanlässe und Sportarten Reichweite, Sponsoren und Attraktivität.


Grossanlässe wie das Lauberhornrennen, Weltklasse Zürich, die Tour de Suisse oder der

Spengler Cup ziehen jedes Jahr hunderttausende Gäste an. Davon profitieren das lokale

Gewerbe, Hotellerie und Tourismus. Die Halbierungsinitiative gefährdet damit nicht nur den

Sport, sondern auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor – und ein Stück Schweizer

Identität.

Sport verbindet – die Halbierungsinitiative spaltet


Sport verbindet unser Land – über Sprachgrenzen und Regionen hinweg. Wenn die Schweiz

jubelt, dann gemeinsam. Diese Momente der Einheit gibt es nur, weil die SRG sie allen

zugänglich macht, so wie jüngst mit unserer Frauen-Nati an der EM im eigenen Land.

Mit halb so viel Budget kann sie diesen Auftrag nicht mehr erfüllen. Die Folge wäre eine

Spaltung: Wer für eine Fussball-WM zahlen kann, schaut mit – der Rest bleibt draussen.

Die Halbierungsinitiative halbiert den Schweizer Sport – und schwächt den Zusammenhalt

des Landes. Sie ist kein Sparvorschlag, sondern ein Angriff auf das, was den Schweizer

Sport stark macht: Sichtbarkeit, Nähe und Begeisterung.


Wer den Sport liebt, sagt Nein zur Halbierungsinitiative.


SRG – Sport in Zahlen

• In den letzten Jahren durchschnittlich über 9'000 Stunden Livesport (TV, Online, Radio),

davon rund die Hälfte über kleinere Sportarten, mit weniger medialer Beachtung.

• Regelmässige Live-Übertragungen von rund 30 Sportarten.

• Rund ein Drittel der Live-Übertragungen im TV vom Frauensport.

• Die SRG begleitet jährlich über 100 Schweizer Sportevents und Meisterschaften in

mehr als 20 verschiedenen Sportarten in der Produktion und Übertragung.

• Frei empfangbares Sportangebot in allen Regionen und Landessprachen mit den

Unternehmenseinheiten RSI, RTS, RTR und SRF.

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